Ich freue mich, dass Du hier mitliest und irgendwie Teil von dem geworden bist, was in den letzten Jahren aus meinem Leben und meiner Arbeit entstanden ist…
Denn Du wärst wahrscheinlich nicht hier, wenn nicht auch DEIN LEBEN geprägt wäre von Transformationen, persönlichen Herausforderungen und diesem manchmal ziemlich anstrengenden Anspruch, über Dich selbst hinauszuwachsen.
Und ich glaube inzwischen, dass genau das eine der Sachen ist, die die Menschen verbindet, die bei meinem Content hängenbleiben.
Nicht weil wir alle dieselben Dinge erlebt haben. Haben wir nicht.
Aber vielleicht weil wir zwar nicht im gleichen Boot sitzen… aber ziemlich oft dem gleichen Wetter ausgesetzt waren.
Ich möchte Dir dazu eine persönliche Geschichte erzählen.
Anfang 2025 ist mein damaliges Business gecrasht. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt drei Jahre erfolgreich mit einem Unternehmen im Supplement-Bereich zusammengearbeitet, die Firma wurde verkauft und durch Entscheidungen von Menschen, auf die ich keinerlei Einfluss hatte, brach meine Provision innerhalb kürzester Zeit zunächst auf die Hälfte und kurz danach auf etwa ein Drittel ein.
Ich konnte die Raten meines Hauses nicht mehr bezahlen und musste mir Geld von meiner Familie leihen, um überhaupt unsere Lebenserhaltungskosten decken zu können. Am Ende war das mit ein Grund dafür, warum ich mein Haus verkaufen muss, denn die Rücklagen darin brauchte ich, um mich überhaupt neu ausrichten zu können.
Und ich teile das hier nicht, um Mitgefühl zu erregen.
Sondern weil mir diese Zeit etwas ziemlich brutal vor Augen geführt hat, was heute einen großen Teil davon prägt, wie ich auf Beziehungen, auf Menschen und letztlich auch auf meine Arbeit schaue:
Fast alles in unserem Leben passiert in Beziehung.
Natürlich unsere Partnerschaften. Aber genauso unsere Freundschaften, unsere Familien, unser Business, unser Job und die Menschen, die dort Entscheidungen treffen, die plötzlich massive Konsequenzen für unser eigenes Leben haben können.
Und am Ende auch die Beziehung zu uns selbst.
Denn wenn Dir das Leben den Boden unter den Füßen wegreißt, geht es irgendwann nicht mehr nur darum, WARUM das passiert ist.
Dann geht es darum, wie Du eigentlich leben willst. Was davon wirklich zu Dir gehört. Was Du weiter mittragen möchtest. Wo Du Grenzen setzen musst. Wem Du vertraust. Was Du bereit bist zu verlieren, um Dir selbst nicht verloren zu gehen. Und welche Dinge Du vielleicht schon sehr lange gesehen, aber nicht wirklich anerkannt hast.
Ich musste in dieser Zeit auch anerkennen, dass nicht jeder Mensch gute Absichten hat. Und dass Menschen anderen ganz real Schaden zufügen können, weil ihnen entweder die Bereitschaft oder schlicht die Kapazität fehlt zu sehen, was ihr Verhalten beim anderen anrichtet.
Das war für mich keine besonders angenehme Erkenntnis.
Denn wenn Du grundsätzlich davon ausgehst, dass Menschen miteinander Lösungen finden können, wenn man nur offen genug kommuniziert, genug versteht und versucht, die Perspektive des anderen einzunehmen, dann ist irgendwann auch die Erkenntnis notwendig, dass Verstehen nicht bedeutet, alles weiter mittragen zu müssen.
Manche Dinge brauchen keine weitere Erklärung.
Manche brauchen eine Grenze.
Und so hart solche Momente sind… sie bringen Dir manchmal das Geschenk mit, sehr viel klarer zu sehen, ob Du eigentlich noch auf Deinem richtigen Weg bist.
Sie erinnern Dich daran, was Dir wichtig ist in Deinem Leben, daran wo Du eigentlich hinwillst und vor allem daran, welche Beziehungen in Deinem Leben wirklich tragen.
Ohne diesen Crash hätte ich wahrscheinlich sehr vieles noch deutlich länger nicht anerkannt.
Ich hätte weiter Dinge verdrängt, die nicht mit meiner Ethik und meinen Werten kompatibel waren.
Ich hätte manche Vorstellungen davon, wie mein Leben aussehen SOLLTE, weiter aufrechterhalten, ohne mich wirklich zu fragen, ob ich überhaupt noch so leben wollte.
Ich hätte meinen Wunsch, intensiv mit Menschen zu arbeiten und sie genau durch solche Prozesse zu begleiten, wahrscheinlich noch länger nicht ernst genommen.
Und ich hätte nicht in dieser Intensität erleben dürfen, was für unfassbare Menschen ich an meiner Seite habe… Menschen, die mich gehalten, unterstützt, beraten und teilweise ganz praktisch dafür gesorgt haben, dass ich wieder auf die Beine komme.
All das wäre untergegangen.
Heute sitze ich nicht mehr mitten in diesem Scherbenhaufen.
Mein Leben sieht anders aus. Meine Arbeit sieht anders aus. Und vieles von dem, was damals wie das Ende von etwas aussah, war rückblickend tatsächlich der Platz, den ich gebraucht habe, damit etwas anderes überhaupt entstehen konnte.
Nicht weil ich glaube, dass alles aus einem Grund passiert.
Manche Dinge sind einfach scheiße.
Aber wir haben Einfluss darauf, was wir mit ihnen machen.
Und vielleicht ist genau DAS der Grund, warum Du hier bist und warum mein Content bei Dir Resonanz erzeugt.
Denn wenn ich mir die Menschen anschaue, die hier mitlesen, mir schreiben oder irgendwann mit mir arbeiten, dann sehe ich nicht Menschen, deren Leben immer wunderbar funktioniert hat.
Ich sehe Menschen, die schon gefallen sind.
Menschen, die enttäuscht wurden. Die Beziehungen verloren haben. Die sich selbst irgendwo verloren haben. Die Entscheidungen getroffen haben, die sie später anders treffen würden. Die erfahren mussten, dass Menschen, denen sie vertraut haben, nicht immer so mit ihnen umgehen, wie sie selbst mit anderen umgehen würden.
Und die trotzdem irgendwann wieder aufstehen.
Vielleicht nicht sofort.
Vielleicht nicht besonders elegant.
Und manchmal auch erstmal ohne irgendeine Ahnung davon, wohin es von hier aus eigentlich gehen soll.
Aber sie stehen wieder auf.
Und deshalb möchte ich Dir, wenn Du hier neu bist, eigentlich vor allem zu einer Sache gratulieren:
Dass Du noch da bist. Dass Du weiter hinschaust. Dass Du weiter lernen willst. Und dass Du offenbar noch nicht beschlossen hast, dass das, was Dir passiert ist, darüber entscheiden darf, wie der Rest Deines Lebens aussieht.
Wir sitzen wahrscheinlich nicht im gleichen Boot.
Aber wir kennen dasselbe Wetter.
Und vielleicht ist genau das ein ziemlich guter Ausgangspunkt für alles, worüber wir hier noch sprechen werden.
Liebe Grüße aus Costa Rica
Jenny




