Warum Beziehungen nach der Verliebtheitsphase plötzlich schwierig werden

Man weiß nie, wie es ausgeht… Und keiner bereitet Dich darauf vor.

 

Du investierst, baust auf, vertraust und plötzlich ist die Sicherheit, dass Du “richtig bist” weg – egal ob in BEZIEHUNGEN oder im LEBEN.

 

Im Oktober hab ich meinen Traummann kennen gelernt und 5 Wochen später war unsere ERSTE Beziehungsphase (Honeymoon Phase) dann auch schon vorbei…

 

Denn langfristige Beziehungen verlaufen niemals linear, sondern in drei Phasen – hier ein schneller Überblick:

 

Die ERSTE PHASE ist die Verliebtheitsphase. Da ist alles neu, aufregend, emotional aufgeladen. Die Euphorie (Dopamin & Noradrenalin) dieser Phase stellt sicher, dass wir uns BINDEN – Hals über Kopf. Und weil wir den anderen noch so wenig “kennen” füllen wir alle uns noch “unbekannten Details” mit unserer Idealvorstellung vom Partner. Nähe, Hoffnung und das Gefühl von Verbundenheit überdecken alles Holprige, sämtliche Inkompatibilitäten und Red Flags. Diese Phase hält meist einige Monate an, maximal 1-2 Jahre…

 

ABER… wenn man gleich beim ersten physischen Date ZUSAMMENZIEHT…

Im Dschungel… hält diese Phase vielleicht auch einfach nur 5 Wochen an… *lol

 

Und nach dieser HONEY MOON Phase kommt die zweite, die HÄRTESTE und anspruchsvollste Phase aus der die meisten Paare nie raus kommen, weil ihnen die Tools und das Verständnis fehlen…

 

Die ZWEITE PHASE ist die Desillusionierungsphase…

 

Die kann Jahrzehnte andauern. In dieser Phase kommen alle Unterschiede und Probleme ans Licht: Bindungsstile, Stressreaktionen, ungelöste Themen aus früheren Beziehungen und der Kindheit. Partner erleben einander plötzlich als fordernd, verständnislos, kontrollierend oder emotional nicht verfügbar.

 

Typisch sind Gedanken wie:

  • „So habe ich mir Beziehung nicht vorgestellt“,
  • „Warum ist das plötzlich so schwer?“ oder
  • „Liegt das an mir oder passen wir einfach nicht zusammen?“

Und die größte Gefahr dieser Phase liegt darin, sie entweder als Scheitern zu missdeuten oder zu versuchen, in den Zustand der ersten Phase zurückzukehren. Das einzige was Dich hier rettet ist, tragfähige Prozesse zu entwickeln, die Unterschiedlichkeit aushalten und integrieren und erst wenn das geschafft ist, beginnt die dritte Phase, die als reife Beziehung beschrieben wird – das Ziel das wir eigentlich alle haben… Aber genau an dieser Stelle wird Beziehung für die meisten zu schmerzhafter Endlosschleife und für die wenigsten zum Entwicklungsweg.

 

Was in dieser Phase kollidiert, sind nicht nur Persönlichkeit, Prägung und Muster, sondern vor allem auch grundlegende Unterschiede und Synergieverluste zwischen männlicher und weiblicher Energie.

 

Was diese zweite Phase heute so schmerzhaft macht, hat viel mit unserer Zeit zu tun. Unabhängigkeit, Gleichheit und Selbstverwirklichung in unserer Gesellschaft haben einiges verbessert aber auch die natürliche Polarität zwischen Männern und Frauen untergraben.

 

Mein Buch BEZIEHUNGSCODE ist aus genau dieser Beobachtung entstanden. Das Buch ordnet nicht nur ein, warum Beziehungen heute so oft leer, kämpferisch oder spannungslos werden sondern fungiert auch als transformationsbasiertes Coaching-Workbook für die Menschen, die sich auf den Weg machen wollen wieder echte Anziehung und Verbindung herzustellen.

 

Und erst wenn diese zweite Phase verstanden, bewusst durchlaufen und integriert wird, entsteht etwas völlig anderes als das was viele sich unter „Beziehung“ vorstellen.

 

Reife Beziehungen sind die finale DRITTE PHASE.

 

Sie sind emotional ruhiger und deutlich belastbarer. Erwartungen haben auf ein realistisches Level gefunden, Paare haben klare verbindende Routinen und Prozesse gefunden Konflikte zu händeln die die Beziehung stärken anstatt zu schwächen. Beide Partner priorisieren sich gegenseitig und fühlen sich emotional sicher miteinander.

 

Reife Beziehungen sind in unserer heutigen Gesellschaft zu einer seltenen Ausnahme geworden… die meisten Menschen zirkulieren dauerhaft zwischen den ersten beiden Beziehungsphasen, lernen jemanden neu kennen, Honeymoonphase, gelangen in die anspruchsvolle Desillusionierungsphase, schaffen es nicht die notwendigen Themen aufzuarbeiten, trennen sich und starten mit dem nächsten Partner wieder von vorne.

 

Und genau an diesem Punkt bin ich selbst auch immer wieder gelandet. Jedes mal wieder an Limits gestoßen, die sich gefühlt nicht durchbrechen ließen. Frust, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit weil sich nichts BEWEGTE oder verbesserte. Bis es sich dann DOCH bewegte… zum ersten Mal in meinem Leben erlebe ich die zweite Beziehungsphase gerade als ein Geschenk.

 

Ich bin nicht traurig, dass Adams und meine Honey Moon Phase so kurz war. Weil das was wir seit DEZEMBER erst jetzt schon aufgearbeitet, integriert und miteinander geheilt haben ist größer als ich es je für möglich gehalten hätte das man es überhaupt schaffen könnte.

 

Wir haben unser gesamtes Wissen, die Tools und Prozesse die wir unabhängig voneinander über Jahrzehnte zusammengetragen haben auf den Tisch gelegt, unsere individuellen Persönlichkeitsstrukturen, Impact traumatischer Vergangenheit & Familienhistorie und damit die Aufarbeitung von allem was hoch kam BEIDE jeden einzelnen Tag priorisiert… egal was parallel um uns herum passiert ist.

 

Trotz Erdrutsch im Garten, trotz Sturm der 3 Bäume im Garten entwurzelt und die Wasserversorgung gekappt hat, trotz mehrerer krimineller Angriffe von außen.

 

War es leicht? NEIN.
Ging es ohne Tränen und Verzweiflung. NEIN.
Gab es Tage wo wir gedacht haben wir schaffen es einfach nicht? JA.

 

Aber wir haben es geschafft… denn die Routinen und Prozesse, die wir geschaffen haben Muster durchbrochen. Trigger sind abgeflacht, Verständnis füreinander, Vertrauen ineinander und emotionale Sicherheit steigen JEDEN Tag deutlich spürbar.

 

Und an dieser Stelle ein DANKE von Herzen an HEIKE… für Deinen Satz

“Wer Jenny… wenn nicht Du und ich…”

 

Und gleichzeitig sehe ich das gleiche Muster in meinen Coachings… so viele Durchbrüche in genau dieser zweiten Phase von Beziehungen, weil immer mehr Menschen bereit sind diese harte Arbeit zu machen, obwohl sie nicht wissen wo sie die Arbeit hinführt.